Manchmal soll es einfach nicht sein

 

Diese Woche war der Tag, an dem ich meine Agentur gekündigt habe. Gleich morgens räume ich meinen Schreibtisch auf und schicke die Kündigung los. Einige Wochen habe ich jetzt auf eine Reaktion gewartet und ich glaube, nachdem die Frankfurter Buchmesse seit Wochen vorbei ist, ist mit keiner Nachricht mehr zu rechnen. Sie haben es wirklich fertiggebracht, sich seit vier Monaten nicht bei mir zu melden, obwohl ich die zwei Exposés für mögliche Projekte extra rechtzeitig vor der Messe losgeschickt habe. Kein Vorschlag für die weitere Vorgehensweise, keine Empfangsbestätigung, keine Zwischenmeldung, einfach nichts. Ich habe den Eindruck, ich kommuniziere nur noch mit mir selbst und ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass ich dafür einen Exklusivvertrag abgeschlossen habe.

Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht auf die Nerven fallen. Immerhin hat die Agentur bis zum heutigen Tag keinen Cent an mir verdient, auch wenn sie wirklich große Erwartungen in die love story hatten. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, nicht mehr nachzufragen. Ich erinnere mich an die Worte einer weisen Kollegin – keine schlechten Gefühle wecken, denn die will man weghaben wie Hundekacke am Schuh – und schreibe meine Kündigung kurz, professionell und schmerzlos. Ich überlege mir, wo ich hinwill (Nein, ich möchte um Himmels Willen nicht als Hundescheiße enden!) und gehe diesen Weg einstweilen allein. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich eigentlich alles, was ich in der Buchbranche bisher erreicht habe, allein erreicht. Und das Feedback der Verlage ist im Moment so gut, dass ich das Gefühl habe, es könnte auch ohne Agentur funktionieren. Also, auf geht’s!

(Die Bestätigung kommt übrigens einen Tag später ebenso professionell. Sie entlassen mich ohne Kündigungsfrist aus dem Vertrag. Kennen Sie auch das Gefühl, manchmal soll es einfach nicht sein?)

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