Traumtrunken

Eine Liebe – ohne Chancen?
Roman erschienen als E-Book bei Amazon

Bereits kurz nach ihrer Hochzeit fühlt sich Michaela einsam. Ihr Mann Atze ist Fernfahrer und wochentags meist unterwegs.
Als sich Atze gegenüber ihrem Wunsch nach einem Baby skeptisch verhält, drängt sich ein imaginäres Kind in Michaelas Bewusstsein. Mit ungeahnten Folgen.


Sie hielt die gelbe Broschüre mit den vielen Angeboten in den Händen. – Zeichnen und Malen. Künstlerisches Gestalten. Textiles Gestalten. Fotografie. – Mit einem Ruck klappte Michaela das Heftchen zu. Klatschend traf es auf der Tischplatte auf.
Doris hatte sie auf die Idee gebracht! Sie brauchte kein Hobby. Sie brauchte keine Beschäftigungstherapie! Was sie brauchte, war ein Kind!
Michaela stemmte die Hände auf ihre Oberschenkel, drückte sich schwungvoll nach oben und lief aufgeregt zum Fenster. Einen Moment starrte sie vor sich hin.
Dann ging sie zum Sofa zurück, setzte sich aber nicht. Sie würde sich nicht mehr so allein fühlen, wenn Atze nicht da war. Natürlich! Das war es! In eine Ehe gehörte schließlich ein Kind. Und Atze hatte selbst zugegeben, wie sehr er Kinder mochte. Dass sie da nicht früher drauf gekommen war!
Michaelas Gedanken hellten sich auf. Sie fühlte sich befreit von der Last der Sorgen, der Ängste und der Einsamkeit der letzten Wochen. Aufgeregt sah sie zur Uhr. Es war erst später Nachmittag. Schnell trank sie in der Küche ein Glas Wasser und steckte zwei Bananen in ihre Handtasche. Sie holte ihre Jacke und kam nicht schnell genug in die Schuhe. Als sie auf dem rechten Bein stand, verlor sie kurz das Gleichgewicht und versuchte es erneut. Dann nahm sie die Tasche, zog die Tür zu ohne abzuschließen, eilte die Treppe hinunter und trat auf die Straße.
Sie nahm den Weg über den Zebrastreifen in die Sackgasse hinüber und ging den Trampelpfad entlang zum Spielplatz. Die Bänke standen in der Sonne. Michaela setzte sich, rutschte mit dem Po ein Stück nach vorn und lehnte sich gemütlich nach hinten. Es waren noch zwei Mütter mit ihren Kindern da. Und das eine sah Atze sogar ein bisschen ähnlich.