Malibu Sunrise

Am Malibu Beach wartet das Glück
Roman
225 Seiten
Erscheint als E-Book am 15. Mai 2019

Nachdem ihr Mann viel zu früh gestorben ist, erscheint Caro die Welt nur noch grau und trostlos. Doch zum Glück hat sie gute Freundinnen, die sie wieder lachen sehen wollen. Kurzerhand organisieren sie einen Urlaub nach Malibu für sie. Zusammen mit einer Gruppe eigentümlicher Reisegefährten macht Caro sich auf an in die traumhafte Küste Kaliforniens. Aber auch hier lauern die Schatten der Vergangenheit. Kann Miturlauber Tom den Sonnenschein in Caros Herz zurückbringen? Und muss sie dafür ihre verlorene Liebe für immer loslassen?


Als wir am nächsten Tag zum Strand gehen, verhalten wir uns wie ein frisch verliebtes Teenager-Pärchen. Ich trage ein Lächeln auf meinem Gesicht und habe das Bedürfnis, Aarón die ganze Zeit anzufassen. Wir bleiben häufig stehen, um uns zu küssen.
Obwohl das Meer noch kühl ist, gibt es schon ein paar Touristen hier. Aarón sucht einen Platz auf der rechten Seite der Bucht, nah am Wasser, an einer Stelle, an der wir für uns sind. Der Vorfall vom Vortag ist ihm peinlicher als mir. Ich glaube, er hat Angst, die Strandbesucher würden ihn wiedererkennen, immerhin stammt er von hier.
Ich will am Meer entlanglaufen, bin ungeduldig, schließlich war ich war noch nicht oft am Strand. Aber Aarón zögert noch, also gehe ich allein. Ich zeichne mit nackten Zehen Spuren in den Sand. Lasse mich von der Gischt nassspritzen. Genieße die Maisonne, die durch die Wolken dringt.
Plötzlich steht Aarón hinter mir. Er umarmt mich, dreht meinen Körper zu sich und schaut mich an.
„Komm, Liebes.“ Ein sanfter Kuss, er nimmt meine Hand und wir laufen ein paar Schritte am Meer entlang.
Ein Aufflackern in der Brandung erhascht meine Aufmerksamkeit. „Schau mal, da schwimmt etwas!“
„Wahrscheinlich irgendein Müll“, entgegnet Aarón und zieht an meinem Arm.
Ich finde gern Sachen. Selbst der bunte Kunststoff eines defekten Schwimmreifens konnte mich als Kind begeistern. „Hey, vielleicht etwas Wertvolles. Stell dir vor, es wäre eine Flaschenpost!“ Ich wate ins kühle Nass.
„Sei vorsichtig!“
Als ich zu der Stelle komme, hat das Meer den Gegenstand verschluckt. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich warte einen Moment. Und mit der übernächsten Welle wird er wieder nach oben gespült. Stolz ziehe ich eine dunkelblaue Flasche aus dem Meer. „Ich glaube, es ist eine Flaschenpost, Aarón!“
„Wirklich? Zeig her! Ich will sie aufmachen!“
„Das hättest du wohl gerne! Ich hab sie gefunden!“ Ich verstecke die Flasche hinter meinem Rücken und renne aus dem Wasser, dicht gefolgt von Aarón. Dann überholt er mich und bleibt kurz vor mir stehen. „Na gut, komm her, lass uns nicht schon wieder streiten!“
Ich bin misstrauisch und schaue ihn mit gesenktem Kopf prüfend an. Bestimmt ist das ein Trick. Doch er scheint es ernst zu meinen, also widme ich mich wieder der Flasche.
„Außen steht ‚I love you‘, wie romantisch!“
„Ich glaube, die ist nicht für uns bestimmt. Wir sollten sie wieder ins Wasser werfen“, sagt Aarón, viel zu vernünftig.
„Ich will wenigstens wissen, was drinnen steht!“, protestiere ich und versuche, den Korken zu öffnen, aber er steckt ziemlich tief im Flaschenhals. Ich kriege es nicht hin.
„Siehst du, jetzt brauchst du mich doch!“, sagt Aarón. „Was bekomme ich, wenn ich sie dir aufmache?“
Lust durchströmt augenblicklich meinen Körper, als ich in seine fordernden Augen blicke, doch so leicht lasse ich mich nicht manipulieren. Ich gebe mich unschuldig. „Du erfährst, was drinnen steht!“
Aarón schaut mich enttäuscht an, nimmt mir aber die Flasche aus der Hand und geht damit zu unserer Decke. „Zum Glück habe ich Werkzeug dabei!“, sagt er und holt ein scharfes Messer aus der Picknicktasche.
„Damit hätte ich sie auch aufbekommen! Aber wenn wir den Korken kaputt machen, können wir die Flasche nicht wieder ins Meer werfen.“
„Müssen wir vielleicht auch nicht“, sagt Aarón leise.
Ich sehe ihn an. „Du willst sie behalten?“
Plötzlich überkommt mich eine Vorahnung. Ich werde ganz aufgeregt. Er schneidet den Korken aus der Flasche. Was immer es ist, hier wird gleich etwas ganz Wunderbares passieren.